{"id":1061,"date":"2017-01-22T19:58:46","date_gmt":"2017-01-22T18:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=1061"},"modified":"2017-04-25T10:20:45","modified_gmt":"2017-04-25T08:20:45","slug":"auch-bestehende-oesterreichische-freihandelsabkommen-zuungunsten-osteuropas-kritisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2017\/01\/22\/auch-bestehende-oesterreichische-freihandelsabkommen-zuungunsten-osteuropas-kritisieren\/","title":{"rendered":"\u201eAuch bestehende \u00f6sterreichische Freihandelsabkommen zuungunsten Osteuropas kritisieren\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/?p=1029\">Diskussion Demokratie vs. Freihandel<\/a> in Wien am 17.1.2017<\/strong><\/p>\n<p><em>von Wilhelm Langthaler<\/em><\/p>\n<p>Anlass der \u00f6ffentlichen Diskussion war das von 23.-30.1. stattfindende Volksbegehren gegen CETA\/TTIP\/TISA. Am Podium befanden sich der Initiator Herbert Thumser, SP-Landtagsabgeordneter f\u00fcr Nieder\u00f6sterreich; Marcus Strohmeier, internationaler Sekret\u00e4r des \u00d6GB; Iris Friedrich, Sympathisanten von G!ILT (\u201eD\u00fcringer-Initiative\u201c); Harald Troch, SP-Nationalrat; sowie Gernot Bodner, Assistenzprofessor an der Boku und Vertreter des Personenkomitees Euroexit.<\/p>\n<p>Das Video zur Veranstaltung ist hier anzusehen:<\/p>\n<div class=\"video-container\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kexVjMY5L1s\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herbert Thumser fasste die Motive f\u00fcr das Volksbegehren zusammen: Die Verhandlungen und Vertragsabschl\u00fcsse w\u00fcrden fern von der \u00d6ffentlichkeit und ohne Mitbestimmungsm\u00f6glichkeit durchgef\u00fchrt. Es gehe dabei darum, die Interessen der multinationalen Gro\u00dfkonzerne mittels Deregulierung und Privatisierung durchzusetzen und zwar auf Kosten der einfachen Menschen. Gegen die Blockade der Medien und der Machtinteressen solle mit dem Volksbegehren nun ein starkes politisches Signal gesetzt werden. Danach will Thumser den Kampf fortsetzen, auch auf lokaler Ebene beispielsweise mit Initiativen der Gemeinwohl\u00f6konomie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>CETA, TTIP und Co seien nichts Neues, sondern nur ein weiterer Versuch gescheiterter Vertr\u00e4ge wie beispielsweise MAI, sagte Marcus Strohmeier. Es gehe um die Verteidigung des \u00f6sterreichischen Sozialstaates und der staatlichen Leistungen wie des Bildungssystems oder auch der Wasserversorgung. Auch als kleines Land k\u00f6nne man eine wichtige Rolle bei der Abwehr solcher Vertr\u00e4ge spielen. Die deutsche Sozialdemokratie vertrete in dieser Frage die Interessen ihrer Exportindustrie, von dort sei also keine Unterst\u00fctzung zu erwarten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Iris Friedrich, die sich bei G!ILT engagiert, wies auf die Entm\u00fcndigung der Bev\u00f6lkerung hin. Bundeskanzler Kern habe seine Kehrtwende zu CETA damit erkl\u00e4rt, dass \u00d6sterreich sonst keine Zugest\u00e4ndnisse von der EU erhalten w\u00fcrde. Doch er habe niemanden wissen lassen, worin es in dieser Br\u00fcsseler Erpressung ginge. Die Intention des Volksbegehrens sei richtig, aber es w\u00fcrde abprallen, wie viele solcher Initiativen zuvor. Man m\u00fcsse tiefer sch\u00fcrfen und den Ausgeschlossenen und Stimmlosen ihre Stimme zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Harald Troch, Vorsitzender der SP Simmering, kritisierte den \u201enaiven Freihandelsoptimismus\u201c. Er sei mit dem CETA-Schwenk der Partei nicht gl\u00fccklich, doch d\u00fcrfe man im Gegenzug mit Zugest\u00e4ndnissen bei der Frage der Schiedsgerichte rechnen \u2013 was von Thumser in einem Zwischenruf bezweifelt wurde. Jedenfalls habe man es nach Jahrzehnten bei vielen \u00f6ffentlichen Vergaben geschafft vom Billigst- zum Bestbieterprinzip zu kommen. Mit Klauseln f\u00fcr lokale Wertsch\u00f6pfung und aktiver Wirtschaftspolitik m\u00fcsse man gegensteuern.<\/p>\n<p>Zur Debatte \u00fcber die EU lies Troch dann aufhorchen: Nicht nur, dass die Darstellung der EU als Antithese zum Krieg nicht stimme \u2013 er wies explizit auf die Kriege am Balkan hin. Sondern Deutschland dominierte Europa heute wirtschaftlich in eine Weise, wie es selbst 1939 nicht gelungen sei.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wies das Mitglied des Bundesparteivorstands auf die verbreitete Doppelmoral hin, Freihandel dann zu kritisieren, wenn daraus Nachteile f\u00fcr \u00d6sterreich erwachsen k\u00f6nnten, aber zu schweigen, wenn \u00d6sterreich Handelspartnern vor allem in Osteuropa zum Schutz seiner Investitionen Schiedsgerichte aufzwinge, die deren nationale Gesetzgebung aushebeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gernot Bodner von Euroexit wies darauf hin, dass Globalisierung und Freihandelsregime darauf abzielten, die soziale Konterreform der Eliten als Sachzwang des Marktes darzustellen. Doch diese seien nicht nur bewusste politische Entscheidungen, sondern man k\u00f6nne ihnen auch Widerstand entgegensetzen \u2013 was von vielen der Diskutanten zustimmend unterstrichen wurde. Brexit &amp; Co, das was gegenw\u00e4rtig als Populismus bek\u00e4mpft w\u00fcrde, sei eine Form der sozialen Opposition, auch wenn manchmal in reaktion\u00e4rer \u00dcberformung. Wer von CETA und TTIP spr\u00e4che, d\u00fcrfe nicht von der EU schweigen, die die m\u00e4chtigste Freihandelsorganisation im Dienste der Eliten sei. Die einfachen Menschen forderten die R\u00fcckkehr zur nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t, um einen Hebel gegen Austerit\u00e4t und Demokratieabbau zu haben \u2013 und sie h\u00e4tten recht damit, auch wenn man das in ein umfassendes Programm der Solidarit\u00e4t mit den Schw\u00e4cheren national und international einbauen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Moderator Boris Lechthaler von der Solidarwerkstatt schloss die Veranstaltung der Plattform \u201eDemokratie statt Freihandel\u201c mit einem dringenden Aufruf das Volksbegehren zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht \u00fcber die Diskussion Demokratie vs. Freihandel in Wien am 17.1.2017 von Wilhelm Langthaler Anlass der \u00f6ffentlichen Diskussion war das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2017\/01\/22\/auch-bestehende-oesterreichische-freihandelsabkommen-zuungunsten-osteuropas-kritisieren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e\u201eAuch bestehende \u00f6sterreichische Freihandelsabkommen zuungunsten Osteuropas kritisieren\u201c\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1063,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":""},"categories":[1],"tags":[],"author_meta":{"display_name":"Wilhelm Langthaler","author_link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/author\/wilhelm\/"},"featured_img":"https:\/\/www.euroexit.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170117_1906241-300x225.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/category\/home\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 9 Jahren ago","modified":"Updated 9 Jahren ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on 22. 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