{"id":1607,"date":"2018-01-28T18:23:01","date_gmt":"2018-01-28T17:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=1607"},"modified":"2018-01-28T18:23:35","modified_gmt":"2018-01-28T17:23:35","slug":"deutschland-und-sein-verhaeltnis-zur-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2018\/01\/28\/deutschland-und-sein-verhaeltnis-zur-eu\/","title":{"rendered":"Deutschland und sein Verh\u00e4ltnis zur EU"},"content":{"rendered":"<p>von Rainer F. Brunath<\/p>\n<p><em>Der Appetit des deutschen Imperialismus war und ist ungeheuer. So stellte sich der einflussreiche \u201eAlldeutsche Verband\u201c nach einem Sieg im 1. Weltkrieg die Landkarte Mitteleuropas vor.  Die Fantasien der Industrie-Eliten bez\u00fcglich eines deutsch beherrschten europ\u00e4ischen Gro\u00dfraums endeten nicht mit dem Jahr 1945. <\/em><\/p>\n<p>\u201e<em>Die Zeiten, in denen wir uns auf andere v\u00f6llig verlassen konnten, die sind ein St\u00fcck vorbei<\/em>\u201c, folgerte Angela Merkel am 28. Mai 2017 aus Donald Trumps Erkl\u00e4rungen auf dem G8-Gipfel \u201e<em>Wir Europ\u00e4er m\u00fcssen unser Schicksal in die eigene Hand nehmen<\/em>\u201c, schlug die Kanzlerin vor. Die <strong>EU<\/strong>, d.h. die F\u00fchrungsmacht in der <strong>EU<\/strong>, Deutschland, m\u00fcsse eine Macht aus eigener Kraft werden, gleichberechtigt mit den USA.<\/p>\n<p>Sollen alte imperiale Tr\u00e4ume deutscher Gro\u00dfmacht-Schw\u00e4rmereien endlich befriedigt werden<strong>? <\/strong>Ist das zu weit gegriffen?<\/p>\n<p>Blicken wir in die Geschichte deutscher Eurostrategien. Die Entfaltung und Expansion der deutschen Industrie, des deutschen Kapitals, stand noch am Anfang \u2013 zu Mitte des 19. Jahrhunderts. Es begann die Zeit des \u201eMade in Germany\u201c als Markenzeichen gegen britische Weltmarktbeherrschung. Noch ohne ein Deutsches Reich als Tr\u00e4ger einer ernst zu nehmenden Markterweiterung gr\u00fcndete sich der <strong>Deutsche Zollverein<\/strong>, in dem der Polit-\u00d6konom <strong>Friedrich List<\/strong>, schon 1841 die Schrift \u201e<strong><em>Das nationale System der Politischen \u00d6konomie<\/em><\/strong>\u201c publizierte.<strong> List<\/strong> entwickelte bereits Gedanken \u00fcber Europa und dessen \u201eCentrum\u201c Deutschland, das leider schwach sei \u201e<em>durch Mangel an Nationaleinheit<\/em>\u201c. Nun, diesem Mangel hat Bismarck ein Ende bereitet. <strong>List <\/strong>versteifte sich darauf, wenn das \u201eDeutsche Reich\u201c sich \u201e<em>als kr\u00e4ftige commercielle und politische Einheit constituiert habe, dann werde es \u201eden Mittelpunkt einer dauernden Continentalallianz bilden<\/em>\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wunschdenken von <strong>List<\/strong>? Er schloss messerscharf: \u201e<em>Zu einer Zeit, in der Gro\u00dfbritannien mit seinen Kolonien so m\u00e4chtig ist, k\u00f6nnten die Staaten des europ\u00e4ischen Festlandes sich auf Dauer in der Welt nur durchsetzen, wenn sie sich zusammenschliessen. Und je m\u00e4chtiger Englands \u00dcbergewicht anw\u00e4cht, so dr\u00e4nge sich um so st\u00e4rker der Gedanke eines Zusammenschlusses der Kontinentalm\u00e4chte auf.<\/em>\u201c<\/p>\n<p><strong>List <\/strong>prophezeite weiter, dass die USA in Zukunft wirtschaftlich anw\u00fcchsen und die Position Gro\u00dfbritanniens anfechten, ja in den Schatten stellen w\u00fcrden und er behauptete: \u201e <em>dann werde die Naturnothwendigkeit, welche jetzt den Franzosen und Deutschen die Stiftung einer Continental-Allianz gegen die britische Suprematie gebietet, den Briten die Stiftung einer europ\u00e4ischen Coalition gegen die Suprematie von Amerika<\/em>\u201c empfehlen. Und weiter: \u201e<em>Alsdann w\u00fcrde Gro\u00dfbritannien in der Hegemonie der vereinigten M\u00e4chte von Europa Schutz, Sicherheit und Geltung gegen die amerikanische \u00dcbermacht \u2026 suchen m\u00fcssen und finden<\/em>\u201c, bekundete der \u00d6konom.<\/p>\n<p>Den Gedanken Vereinigtes Europa 1841? <strong>List <\/strong>war durchaus kein Phantast \u2013 er war weitsichtig. Er konnte eins und eins zusammenz\u00e4hlen und er sprach damit eine sich entwickelnde Konstante deutscher Expansionsgel\u00fcste aus, die sich schon bald als Strategie reichsdeutscher Industrie manifestierte. Und schon 1903 forderte etwa der National\u00f6konom <strong>Julius Wolf<\/strong>: \u201e<em>Die mannigfache industrielle \u00dcberlegenheit Nordamerikas \u00fcber Europ<\/em>a\u201c sei insbesondere darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass \u201e<em>das gro\u00dfe Wirtschaftsgebiet \u2026 dem kleinen unter sonst gleichen Umst\u00e4nden immer \u00fcberlegen<\/em>\u201c sei. In der Konsequenz gr\u00fcndete Wolf 1904 den <em>Mitteleurop\u00e4ischen Wirtschaftsverein<\/em>.<\/p>\n<p>Auch wenn dieses Vorgehen von<strong> Julius Wolf <\/strong>zun\u00e4chst wegen Unrealisierbarkeit von Berlin zur\u00fcckgepfiffen wurde, so hielt sich der Gedanke einer Europ\u00e4ischen Zollunion hartn\u00e4ckig in den K\u00f6pfen reichsdeutscher Industriebarone, jener aus der Chemie-, der Elektroindustrie wie auch aus der Industriefraktion um Kohle und Stahl. \u201e<em>Die G\u00fcte des Planes stand kaum je in Zweifel<\/em>\u201c, titelten im Jahr 1904 die \u201e<em>Alldeutschen Bl\u00e4tter<\/em>\u201c, die sich als Sprachrohr der Schwerindustrie verstanden \u2013 und sie schrieben weiter: \u201e<em>Das Deutsche Reich m\u00fcsste notwendigerweise in einem mitteleurop\u00e4ischen Zollgebiet das R\u00fcckgrat, den st\u00e4rksten Machtfaktor bilden \u2013, sowohl wegen seiner geographischen Lage, wie wegen seiner Verbrauchskraft, seiner wirtschaftlichen Organisation, seines Reichtums usw.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Noch Skepsis? Die deutschen Industriekreise hatten es nicht und schlussfolgerten, dass Widerst\u00e4nde wohl \u00fcberwunden werden m\u00fcssten: \u201e<em>F\u00fcr die Erreichung eines mitteleurop\u00e4ischen Zollvereins wird entscheidend sein, ob das Deutsche Reich eine weitschauende, zielbewusste Wirtschaftspolitik zu treiben gewillt ist, die, ohne stets auf den n\u00e4chstliegenden Vorteil zu sehen, die Peitsche, wenn es n\u00f6tig ist, ebenso entschlossen anwendet wie das Zuckerbrot.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Wen w\u00fcrde es erstaunen, dass diese Pl\u00e4ne nicht auch zum Kriegsziel erhoben wurden. <strong>Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg <\/strong>schrieb am 9. September 1914. \u201e<em>Es ist zu erreichen die Gr\u00fcndung eines mitteleurop\u00e4ischen Wirtschaftsverbandes durch gemeinsame Zollabmachungen, unter Einschluss von Frankreich, Belgien, Holland, D\u00e4nemark, \u00d6sterreich-Ungarn, Polen und evtl. Italien, Schweden und Norwegen<\/em>. <em>Dieser Verband, [&#8230;sollte &#8230;]  unter \u00e4u\u00dferer Gleichberechtigung seiner Mitglieder, aber tats\u00e4chlich unter deutscher F\u00fchrung, die wirtschaftliche Vorherrschaft Deutschlands \u00fcber Mitteleuropa stabilisieren<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Und f\u00fcr Frankreich &#8211; nach dessen milit\u00e4rischer Niederlage &#8211; sah <strong>Bethmann Hollweg <\/strong>einen \u201eHandelsvertrag\u201c vor, der das Land in wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von Deutschland br\u00e4chte, es zu einem Importland machte und Reichsdeutschland erm\u00f6glichte, den englischen Handel in Frankreich auszuschalten.<\/p>\n<p>Das waren reichsdeutsche Absichten aus dem Jahr 1914 und diese \u201ePl\u00e4ne\u201c haben die Kriegsnieder-lage im November 1918 recht problemlos \u00fcberstanden. Ja, die Gr\u00fcndung der Sowjetunion f\u00fchrte sogar dazu, dass von Berlin ein schneller Zusammenschluss s\u00e4mtlicher Staaten des Kontinents angepeilt wurde. Die Weimarer Republik begann schon 1930 mit sogenannten Clearingvertr\u00e4gen mit mehreren Staaten S\u00fcdosteuropas. Diese Vertr\u00e4ge erm\u00f6glichten deutsche Rohstoffimporte ohne dass sie bezahlt werden mussten. Sie wurden \u00fcber eine Clearingstelle verrechnet. So konnte in der Krise auf harte Devisen verzichtet werden und es zwang die s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder zum Einkauf in Deutschland. Damit wurden sie an das mitteleurop\u00e4ische Zentrum angebunden.<\/p>\n<p>Der IG-Farben-Chef Carl Duisberg stellte 1931 fest: \u201e<em>In Europa scheint das Ziel des regionalen Wirtschaftsraumes allm\u00e4hlich festere Formen anzunehmen. Und [\u2026] das sei erfreulich, denn die USA, der gro\u00dfe Rivale, bauten l\u00e4ngst zum Vorteil f\u00fcr ihre Industrie ihre panamerikanische Einflusszone gezielt aus. [\u2026] Die Verst\u00e4ndigung mit Frankreich stehe aber noch aus, denn erst ein geschlossener Wirtschaftsblock von Bordeaux bis Sofia wird Europa das wirtschaftliche R\u00fcckgrat geben, dessen es zur Behauptung seiner Bedeutung in der Welt bedarf. <\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Nazis wollten es noch besser machen. Der <strong>NS-\u00d6konom Werner Daitz <\/strong>schrieb 1940 in einer ausf\u00fchrlichen Denkschrift: \u201e<em>Eine [zu etablierende ]das ganze europ\u00e4ische Festland umfassende Grossraumwirtschaft ist unbedingt erforderlich, um den gewaltigen Wirtschaftsbl\u00f6cken Nord- und S\u00fcdamerikas, dem Yen-Block und dem vielleicht verbleibenden restlichen Pfundblock erfolgreich die Stirn zu bieten<\/em>. <em> [\u2026]<\/em> <em>Und zur Errichtung jener \u201eGrossraumwirtschaft\u201c stehe im n\u00e4chsten Schritt die feste wirtschaftliche Eingliederung der von Grossdeutschland in erster Linie abh\u00e4ngigen L\u00e4nder West-, Nord- und S\u00fcdeuropas bevor.<\/em> <em>[\u2026]<\/em> <em>Aber<\/em> w<em>ir m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich immer nur von <strong>Europa<\/strong> sprechen, denn die deutsche F\u00fchrung ergibt sich ganz von selbst aus dem politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, technischen Schwergewicht Deutschlands und seiner geografischen Lage.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dazu kam es nicht, dank der Niederlage Nazideutschlands. Die deutschen Industriebosse aber, die ohne Verlust ihrer Eigentums- und Machtbefugnisse die Kriegsniederlage \u00fcberstanden, gingen schon bald wieder an die Restaurierung alter Europapl\u00e4ne. Washington kam ihnen dabei entgegen, denn es hatte gro\u00dfes Interesse daran, seinen traditionellen deutschen Absatzmarkt wieder instand zu setzen und sich einen einflussreichen Juniorpartner auf dem Kontinent zu halten. Zu diesem Zweck wurde u.a. der Marshall-Plan, den man nach dem Muster der Clearindvertr\u00e4ge erarbeitete, f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland angewendet. Bald danach nahm die wirtschaftliche Entwicklung in der BRD wieder Fahrt auf und die Bonner Republik unter dem Kanzler<strong> Konrad Adenauer<\/strong> reaktivierte mit gesteigertem Selbstvertrauen alte Europa-Pl\u00e4ne. Es kam zur Auflage der R\u00f6mischen Vertr\u00e4ge am 25. M\u00e4rz 1957, die den damaligen Bundesfinanzminister Franz Josef Strauss 1966 in seinem Buch \u201eEntwurf f\u00fcr Europa\u201c veranlassten, festzustellen: \u201e<em>ein geeintes Westeuropa soll die Vorstufe zu den Vereinigten Staaten von Europa sein, [\u2026 ] Auf diese Weise erhielte die westliche Welt zwei strategisch wirksame Systeme, die einander erg\u00e4nzen und doch unabh\u00e4ngig voneinander funktionieren k\u00f6nnten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und heute? Au\u00dfenminister <strong>Sigmar Gabriel <\/strong>erg\u00e4nzte seine Chefin Angela Merkel nach ihrer Forderung, \u201e<em>Europa m\u00fcsse sein Schicksal in die eigene Hand nehmen<\/em>\u201c, dass eine st\u00e4rkere Kooperation der europ\u00e4ischen Staaten auf allen Ebenen die Antwort an Donald Trump sein m\u00fcsste. Und in der FAZ konnte man lesen: \u201e<em>dass Berlin auf dem direkten Weg zu seinem alten Ziel ist, \u00fcber ein integriertes Europa die Augenh\u00f6he mit Washington zu erreichen. Trump k\u00f6nnte sich dabei noch als Gl\u00fccksfall f\u00fcr die deutschen Eliten erweisen: Er erm\u00f6glicht es ihnen, ihren weltpolitischen Durchbruch als selbstlosen Kampf um die Rettung der zivilisierten Welt zu verkleiden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Gibt es noch Fragen zu den Absichten des deutschen Imperialisnus, der im Schafspelz als gel\u00e4uterter EU-Wolf seine seit 200 Jahren nicht aufgegebenen zentralen Konzepte verfolgt? Oder haben deutsche Politiker die Wirtschaftseliten inzwischen z\u00e4hmen k\u00f6nnen, wie es die Herren Schulz oder Gabriel unisono mit dem SPD-Parteivorstand vorgeben zu tun. Man behauptet: \u201e<em>Es ist Aufgabe der SPD, die zentrale Rolle Deutschlands bei der Gestaltung Europas anzumahnen und den fortschrittlichen Kr\u00e4ften in Europa die Hand zu reichen<\/em>.\u201c Bis 2025 wolle man die EU in die Vereinigten Staaten von Europa umwandeln.<\/p>\n<p>Was bezweckt Martin Schulz damit wider besserem Wissen ob der Realisierbarkeit? Oder ist es f\u00fcr den SPD-Parteivorstand nur ein Ablenkungsman\u00f6ver f\u00fcr eine unpopul\u00e4re Regierungsbeteiligung? Die Beliebtheit eines einigen Europa in Deutschland, das Frieden garantiere, scheint dort als Rechtfertigung f\u00fcr das Einknicken des Parteivorstandes herzuhalten. Das Vorbild <strong>Helmut Kohl<\/strong> der mit Frankreichs <strong>Fran\u00e7ois Mitterand <\/strong>H\u00e4ndchen haltend in Verdun Europa den Frieden geschenkt habe, scheint immer noch zugkr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Dabei war <strong>Helmut Kohl <\/strong>ein kalter Krieger par Excellance, der nicht unbeteiligt war, Deutschland in die EU und die NATO einzubinden. Es ist wohl richtig, 1945 bis 1998 gab es in Europa keinen Krieg. Aber nicht, weil zwischen den Westm\u00e4chten die Einigkeit herrschte: <strong>Nie wieder Krieg<\/strong>. Man kooperierte im Westen nur aus dem Grund, den Sozialismus einzud\u00e4mmen, eine Niederlage zu bereiten. Das gelang, wie wir wissen. F\u00fcr viele Menschen in Ost und West eine willkommene, f\u00fcr manche auch eine berechtigte Entwicklung<\/p>\n<p>K\u00f6nnen die V\u00f6lker Europas hoffen, dass das Wunder des Friedens zwischen imperialen M\u00e4chten fortdauert? Sind die Kriege an der Perepherie, zuletzt in Syrien, nur ein Ausklang einer tragischen historischen Entwicklung? Oder gibt es den Machtblock, der nach Ende des Weltkriegs II, der unter der F\u00fchrung der USA entstand, immer noch?<\/p>\n<p>Die EU, mit ihr in erster Linie Deutschland, wurde zum \u00f6konomisch sch\u00e4rfsten Konkurrent der USA, die sogar noch, jetzt unter Trump, z\u00e4hneknirschend die f\u00fchrende Rolle, des deutschen Imperialismus in der EU tolerieren. Im Gegenzug stellt Deutschland die milit\u00e4risch f\u00fchrende Rolle der USA innerhalb des \u201eWestens\u201c nicht in Frage. Die Aufregung \u00fcber ein von Trump herbeigef\u00fchrtes Ende des transatlantischen Neoliberalismus entpuppte sich als ein Sturm im Wasserglas. Daf\u00fcr arbeitet man milit\u00e4risch zusammen. Ziel ist es Russland \u201ein die Schranken zu weisen\u201c, Stellvertreterkriege zu planen und arbeitsteilig zu f\u00fchren, wenn auch nicht immer zu gewinnen.<\/p>\n<p>Jahrzehnte vor Beginn des Weltkriegs I plante deutscher Imperialismus ein von ihm beherrschtes einiges Europa. Diese Absicht, die u.a. zum Krieg f\u00fchrte, wurde nach der Niederlage nicht aufgegeben, wie auch nicht nach Ende des Weltkriegs II. Beide Male ging es um Vorherrschaft, um Weltherrschaft. Und auch heute geht es um die Weltherrschaft. F\u00fcr die europ\u00e4ischen Imperialisten, mit ihnen Deutschland, ist die USA das Vehikel, die Dominanz von Russland, vor allem aber jener des \u00f6konomisch immer st\u00e4rker werdenden China in Frage zu stellen. Daraus ergibt sich nur die eine Folgerung: Dauerhafter Frieden in Europa muss von den V\u00f6lkern erstritten werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>Von Gibraltar bis zum Ural, vom Nordkap bis Zypern. Die Expansionsstrategien des deutschen Kapitals, J\u00f6rg Kronauer<\/p>\n<p>Zum deutschen Mythos von Europa, Lucas Zeise, UZ\/12. Januar 2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rainer F. Brunath Der Appetit des deutschen Imperialismus war und ist ungeheuer. 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