{"id":1672,"date":"2018-04-23T22:32:03","date_gmt":"2018-04-23T20:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=1672"},"modified":"2018-04-23T22:32:03","modified_gmt":"2018-04-23T20:32:03","slug":"macron-may-und-merkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2018\/04\/23\/macron-may-und-merkel\/","title":{"rendered":"Macron, May und Merkel"},"content":{"rendered":"<h6>Hat die EU die von Macron geforderte Reform und den bitter n\u00f6tigen Aufbruch verpasst?<\/h6>\n<p>von Rainer Brunath<\/p>\n<p>Eigentlich k\u00f6nnen die Schlagzeilen der Tageszeitungen den deutschen Leser nicht vom Hocker rei\u00dfen \u2013 sollte man meinen, wenn man in den gleichen Zeitungen liest: \u201eDie deutsche Wirtschaft w\u00e4chst weiter mit hohem Tempo. Und die Deutschen seien in ihrer Mehrheit positiv zu Globalisierung und Freihandel eingestellt\u201c. Ja was ist denn nun und was meinen die Vorbeter und Besserwisserschreiberlinge der Mainstream-Medien \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Man kann doch nicht abstreiten, dass (deutsche) Manager in den Zentren deutscher Wirtschaft und ihre Mitspieler in den Chefetagen in Br\u00fcssel einigerma\u00dfen geschickt agieren, wenn es um den Zugang der weltweit gr\u00f6\u00dften M\u00e4rkte USA und China geht. Es muss wohl etwas anderes dahinter stecken, als deren \u201eSorge um das Wohl der EU\u201c. K\u00f6nnte es sein, dass sie mit ihrer \u201eSorge\u201c etwas kaschieren, n\u00e4mlich die Frage, ob Deutschland dabei ist, seine f\u00fchrende Rolle in Europa in Zukunft mit Frankreich, dem zweiten gro\u00dfen Mitspieler in der EU, teilen zu m\u00fcssen? Das w\u00e4re fatal, um nicht zu sagen eine Niederlage im Gepoker um M\u00e4rkte und Profit zwischen den gro\u00dfen EU-Staaten. Den S\u00fcden hat man ja schon ausgeschaltet, die kleinen Staaten z\u00e4hlen nicht, Skandinavien ist Randgebiet.<\/p>\n<p>Und das UK?  Britannien bereitet (den deutschen Politmanagern in Br\u00fcssel) keine Sorgen mehr. Es wurde von den Regierungschefs abgespeist. Ein Freihandelsabkommen wurde angeboten, was f\u00fcr Theresa May ein segensvoller Durchbruch war. Und man legte ihr noch ein kleines Bonbon in das Geschenkpaket. Man ist ja solidarisch, wenn es um einen Feind geht. Da steht man zusammen obwohl man sich untereinander nicht die Butter auf dem Brot g\u00f6nnt. Aber in der Frage, ob Theresa May\u00b4s  impertinente Schuldzuweisung an Pr\u00e4sident Putin in Russland bez\u00fcglich des Giftgasanschlags in S\u00fcdengland zutreffend sei \u2013 da gab es kein Gez\u00e4nke.  Da stand man wie ein Mann an Ihrer Seite. Und auch das war Balsam f\u00fcr Theresa May und ihr Punktekonto auf ihrer Beliebtheitsskala &#8211; und es lenkte ab  von der Frage, wie es denn nun weitergeht mit der \u201eWeltmarktbedeutung\u201c der Insel. Denn in Politkerreisen in London ist man diesbez\u00fcglich immer noch unschl\u00fcssig, weil man f\u00fcrchtet, dass die Brexit-Entscheidung, die ohne die Unterst\u00fctzung durch die herrschenden Eliten Englands zustande kam,  den im Land dominierenden Finanzsektor schaden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das, was nun Macron versucht, in der EU gleichbedeutend zum deutschen Einfluss aufzuschlie\u00dfen, darum hatte sich Margaret Thatcher sich schon in den 1980er Jahren bem\u00fcht, indem es Bedingungen schuf, die Londons Bedeutung auf dem Finanzsektor f\u00fchrend machten. Heimlicher Wunsch ihrerseits war es, der wachsenden Bedeutung Deutschlands in der EU etwas entgegenzusetzen. Es war vergebliches Streben, wie wir heute wissen. England stand zum Brexit-Votum bei EU-Deutschland mit 50 Milliarden Euro in der Kreide was letzten Endes zum Bruch f\u00fchrte. Nun ist man in London ohne Strategie, wie die ganze Angelegenheit abgewickelt werden und wie es weitergehen soll.<\/p>\n<p>So verfiel man einvernehmlich auf eine \u00dcbergangszeit, die nach den Austritt Britanniens im M\u00e4rz n\u00e4chsten Jahres, bis zum Ende 2020 g\u00fcltig bleiben soll und in der alles so bleibt wie es ist: keine Z\u00f6lle zwischen Britannien und der EU. Die Frage aber, wie es mit dem Finanzstandort London weitergehen soll, ist nach wie vor offen.<\/p>\n<p>Die britischen Eliten gehen nach wie vor davon aus, dass britische Banken agieren k\u00f6nnen so als w\u00e4ren sie EU-Inl\u00e4nder und das Kapital auf dem Kontinent ist sich nicht sicher, ob es nicht auf  den freien Zugang zur Londoner Finanzmetropole verzichten will und nicht lieber heimische Finanzzentren nutzen will. Und an diesem Punkt kann man  Macrons Initiative verstehen. Er sucht den Schulterschluss mit Berlin um Kapital von London nach Paris und Frankfurt zu locken.<\/p>\n<p>Zugleich soll das EU-B\u00fcndnis noch wettbewerbsf\u00e4higer gemacht werden. Man denkt daran, einen \u201eAnerkennungsfond\u201c  einrichten, der EU-Staaten zugeteilt werden soll, die \u201eReformen\u201c durchpeitschen.  Was Reformen sind, bestimmt die Kommission und nicht das EU-Land: es sind Ma\u00dfnahmen wie Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Senkung das allgemeinen Lohnniveaus, h\u00f6heres Renteneintrittsalter. Vorbild ist die Schr\u00f6dersche Agenda 2010 und die Art der Behandlung der Eurokrise 2012\/13, als die \u201eTroika\u201c im Auftrag des EU-Rates und speziell Berlins Ma\u00dfnahmen gegen Hilfskredite in den s\u00fcdlichen EU-L\u00e4ndern durchsetzte. Hier will Macron mithalten. Ob er Erfolg haben wird, h\u00e4ngt von der Entschlossenheit der franz\u00f6sischen Arbeiter und Angestellten zur Gegenwehr ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat die EU die von Macron geforderte Reform und den bitter n\u00f6tigen Aufbruch verpasst? von Rainer Brunath Eigentlich k\u00f6nnen die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2018\/04\/23\/macron-may-und-merkel\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eMacron, May und Merkel\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1673,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1672","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-home"],"author_meta":{"display_name":"Wilhelm Langthaler","author_link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/author\/wilhelm\/"},"featured_img":"https:\/\/www.euroexit.org\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/manifestation-un-rassemblement-anti-macron-300x212.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/category\/home\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht 8\u00a0Jahren vor","modified":"Aktualisiert 8\u00a0Jahren vor"},"absolute_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht am 23. 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