{"id":1741,"date":"2018-10-02T16:53:43","date_gmt":"2018-10-02T14:53:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=1741"},"modified":"2018-10-02T18:58:05","modified_gmt":"2018-10-02T16:58:05","slug":"die-elite-in-panik-oder-jedenfalls-einige-unter-ihnen-italien-seine-regierung-und-die-medien-opposition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2018\/10\/02\/die-elite-in-panik-oder-jedenfalls-einige-unter-ihnen-italien-seine-regierung-und-die-medien-opposition\/","title":{"rendered":"Die italienischen Eliten in Panik"},"content":{"rendered":"<p><strong>oder jedenfalls einige unter ihnen:<\/strong><br \/>\n<strong>Italien, seine Regierung und die Medien-Opposition<\/strong><\/p>\n<p>[Bild: Eugenio Scalferi, Exponent der Sozialistischen Partei von Bettino Craxi und Medienmacher]<\/p>\n<p>2,4 % soll laut Budget-Vorschau das staatliche Defizit in Italien im kommenden Jahr ausmachen. Na und? Selbst Neoliberale w\u00fcrden durch diese Kennzahl zufrieden gestellt \u2013 fast, nicht ganz.<\/p>\n<p>Aber nun muss man sich \u201eLa Repubblica\u201c vom Sonntag, 30. September 2018 einmal ansehen. Die Welt geht unter. Nicht 1,6 %, wie es die EU-Kommission verlangt, sondern 2,% ! Eugenio Scalfari l\u00e4sst Alles aufmarschieren, wor\u00fcber er verf\u00fcgt. Neben seinem eigenen \u00fcberlangen und trotzdem nichtssagenden Leitartikel l\u00e4sst er sieben andere Meinungsartikel schreiben. Und als Beilage gibt es \u201eEspresso\u201c, der zur Warnung auch gleich das Manifest der Rassisten aus dem Jahr 1939 noch einmal in Faksimile abdruckt.<\/p>\n<p>Es ist die pure Hysterie, und sie wird weder dem senilen Scalfari gut tun, noch seiner Zeitung noch seinem Anliegen. Aber man fragt sich doch: Warum ger\u00e4t eine Elitengruppe in eine solche Panik? Warum ger\u00e4t sie v\u00f6llig au\u00dfer Rand und Band und verliert jedes Augenma\u00df? Denn wenn es jemals einen faschistischen Stil und eine faschistische Vorgangsweise gegeben hat; dann finden wir ihn hier, bei Eugenio Scalfari.<\/p>\n<p>Die Antwort ist einfach genug, trivial geradezu. Die 2,4 % widersprechen den Vorgaben der EU-Kommission. Die 1,6 % h\u00e4tten Gehorsam signalisiert. Nun aber kommt eine Regierung, die in ihren praktischen Vorhaben zahm genug ist und auch in vielen ihrer paktierten Projekt \u00e4u\u00dferst zweifelhaft. Aber sie sagt: Wir machen, was wir f\u00fcr richtig halten, \u201edie EU soll uns den Buckel hinunter rutschen!\u201c (Salvini) Das ist allerdings mehr als normaler Weise die Polizei erlaubt. Da kann man schon auszucken.<\/p>\n<p>Hier muss man sagen: Das ist extrem. \u201eCorriere della Sera\u201c aus dem Berlusconi-Konzern verhehlt einen Tag sp\u00e4ter auch nicht die Opposition gegen die Regierung. Aber die Zeitung versucht, ihre Haltung zu begr\u00fcnden, zieht Zahlen heran und verh\u00e4lt sich eben wie eine konservative Zeitung und nicht wie eine b\u00fcrgerliche Version von \u201eV\u00f6lkischer Beobachter\u201c (man m\u00fcsste eher sagen; \u201eBr\u00fcsseler Beobachter\u201c) und \u201eSt\u00fcrmer\u201c zusammen.<\/p>\n<p>Leonardi Mazzei hat einen Artikel geschrieben, in welchen unsere italienischen Freunde m. E. die Regierung zu positiv beurteilen. Liest man diese Erg\u00fcsse der <em>mainstream<\/em>-Zeitung, dann versteht man ihre Haltung sehr gut. Allein der Wille zu einer kleinen Spur nationaler Eigenst\u00e4ndigkeit bringt die EU-Turbos zur Raserei. Sie machen diese Regierung zu einer Macht des Bruchs, ob die Regierung selbst es will oder nicht.<\/p>\n<p>Bei Scalfari kommt noch etwas dazu. Er hat seine Zeitung vor vier Jahrzehnten mit dem deklarierten Ziel gegr\u00fcndet, die KPI zu zerst\u00f6ren. W\u00e4hrend in Frankreich freilich Mitterrand und der PS notwendig war, hat die italienische Sozialdemokratie mit dem Ober-Korruptio\u00adnisten Craxi zwar jahrelang die Regierung gef\u00fchrt. Aber als Partei ging sie elend zu Grund, und Craxi durfte sich in Italien nicht mehr sehen lassen. Er starb in Tunesien, weil selbst die italienische Justiz damals nicht mehr gewillt war, das Ausma\u00df seiner Unterschlagungen hinzunehmen. Nach ihm kam allerdings sein G\u00fcnstling Berlusconi \u2026<\/p>\n<p>Aber die KPI tat ihm den Gefallen und wandelte sich zu einer Partei der rechten Sozialdemo\u00adkratie. \u201eUlivo\u201c und sodann die Renzi-Demokraten waren genau die Parteien, die sich Scalfaro immer gew\u00fcnscht hatte. Er schien also sein Lebensziel erreicht zu haben, und die EU wurde zum Garanten daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Aber jetzt ist der PD am Zusammenbrechen. Selbst in der Partei wird von einer notwendigen Neugr\u00fcndung geredet. Da kann man schon aus der Verfassung geraten, wenn das eigene Lebenswerk in Gefahr ist. Der uralte Fuchs Scalfari versucht allerdings noch etwas weiter in die Zukunft zu schauen, ein bis zwei Jahre weiter. Er meint also, eine neue Demokratische Partei reicht nicht mehr. Da braucht es eine liberale pro-EU-Partei, welche ohne wenn und Aber Alles durchf\u00fchrt, was Berlin (ja, das spricht er wirklich aus) und Br\u00fcssel beschlie\u00dft. Da k\u00f6nne auch Renzi wieder eine Rolle spielen, wenn er seine diktatorialen Anspr\u00fcche aufgebe\u2026<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, welche Schl\u00fcsse wir daraus zu ziehen haben. Zum Einen ist \u201eLa Repubblica\u201c wirklich ein extremes Beispiel. Zum Anderen aber scheint ein Teil der globalistischen und europ\u00e4istischen Eliten und ihrer Gefolgschaft bereit zu sein, alle Hemmungen fallen zu lassen. Bisher arbeiteten die Gruppen mit einem Legalismus, der es ihnen gestattete, mit Advokaten-Tricks alle Hindernisse zu \u00fcberspielen, vor allem in Italien. Der fr\u00fchere Staatspr\u00e4sident Giorgio Napolitano \u2013 auch er aus der verblichenen KPI \u2013 war der Mastermind dieser Strategie. In \u00d6sterreich hat Heinz Fischer \u00e4hnlich agiert. Nun aber scheint es, als ob sie auch diese Grenze \u00fcberschreiten w\u00fcrden. Wenn es je eine Gefahr eines neuen Faschismus gab \u2013 der allerdings ein liberales mondialistisches M\u00e4ntelchen tragen m\u00fcsste, dann finden wir ihn hier.<\/p>\n<p>Albert F. Reiterer, 1. Oktober 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder jedenfalls einige unter ihnen: Italien, seine Regierung und die Medien-Opposition [Bild: Eugenio Scalferi, Exponent der Sozialistischen Partei von Bettino &hellip; <a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2018\/10\/02\/die-elite-in-panik-oder-jedenfalls-einige-unter-ihnen-italien-seine-regierung-und-die-medien-opposition\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie italienischen Eliten in Panik\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1746,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1741","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-home"],"author_meta":{"display_name":"Albert Reiterer","author_link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/author\/albert\/"},"featured_img":"https:\/\/www.euroexit.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Eugenio.Scalfari-300x297.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/category\/home\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Home<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht 8\u00a0Jahren vor","modified":"Aktualisiert 8\u00a0Jahren vor"},"absolute_dates":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht am 2. Oktober 2018","modified":"Aktualisiert am 2. Oktober 2018"},"absolute_dates_time":{"created":"Ver\u00f6ffentlicht am 2. Oktober 2018 16:53","modified":"Aktualisiert am 2. Oktober 2018 18:58"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1741"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1741"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1741\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1746"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1741"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1741"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}