{"id":1944,"date":"2019-04-05T17:18:31","date_gmt":"2019-04-05T15:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=1944"},"modified":"2019-04-05T17:36:25","modified_gmt":"2019-04-05T15:36:25","slug":"der-brexit-schadet-aber-wem-eine-polemik-des-albrecht-mueller-gegen-winfried-wolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2019\/04\/05\/der-brexit-schadet-aber-wem-eine-polemik-des-albrecht-mueller-gegen-winfried-wolf\/","title":{"rendered":"Der Brexit schadet \u2013 aber wem? Eine Polemik des Albrecht M\u00fcller gegen Winfried Wolf"},"content":{"rendered":"\n<p>Thomas Z. hat einen link zu zwei Artikeln der NachDenkSeiten zum Brexit herum geschickt. (https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50633 <\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde wirklich dringlich empfehlen, diese Artikel zu lesen. Da kann man n\u00e4mlich sehen, mit welcher Konsequenz der deutsche Sozialdemokrat Albrecht M\u00fcller argumentiert, wenn er gegen einen halbwegs gut argumentierenden Artikel (Winfried Wolf) schreibt, der sich gegen die EU richtet. Ich halte mich vorerst an seine Nummerierung. <\/p>\n\n\n\n<p>(1) Warum soll \u201emehr Druck von Oben\u201c das Ergebnis eines \u201eharten Brexit\u201c sein? Das ist eine jener Behauptungen, die v\u00f6llig unbegr\u00fcndet sind, auch wenn inzwischen allen Propaganda-Medien der EU dunkel vor der Katastrophe warnen \u2013 die sie nie benennen!<\/p>\n\n\n\n<p>(2) M\u00fcller n\u00fctzt einzelne tats\u00e4chlich ungeschickte Formulierungen Wolfs, die ganz klar aus dessen Bem\u00fchung kommen, die EU-frommen Leser der NachDenkSeiten nicht zu \u00fcberfordern, f\u00fcr hinterh\u00e4ltige Untergriffe. <\/p>\n\n\n\n<p>(3) Die Briten haben an der reaktion\u00e4ren Entwicklung der EU kr\u00e4ftig mitgearbeitet? Stimmt. Aber ist das ein Grund, f\u00fcr die EU zu sein? <\/p>\n\n\n\n<p>(4) Die EU wurde mit Lissabon reaktion\u00e4r. &#8211; Als ob nur <strong>Lissabon 2008 <\/strong>das Problem w\u00e4re! Hat er jemals von <strong>Maastricht 1992-94 <\/strong>geh\u00f6rt und von der <strong>W\u00e4hrungsunion<\/strong>? <\/p>\n\n\n\n<p>(5) \u201eDurch Nachdenken und durch Tatsachen ist nicht gest\u00fctzt\u201c, dass die EU durch Austritte besser wird. Da hat er recht, der Herr M\u00fcller! Es wird langsam humoristisch. <\/p>\n\n\n\n<p>(6) In derselben schon humoristischen Tonart geht es weiter. Auch er sei gegen \u201eFalsche Erwartungen\u201c beim EU-Beitritt der Balkan-L\u00e4nder. Aber Wolf \u201eversteht nicht\u201c, dass dies ein Unterschied f\u00fcr die ist, die schon Mitglieder sind: \u201eDann ist man n\u00e4mlich drin und nicht noch drau\u00dfen!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>(7) \u201eZu glauben, dass sich durch den Brexit, noch dazu durch einen harten, die Lage f\u00fcr die Lohnabh\u00e4ngigen und die \u00e4rmeren Schichten in Gro\u00dfbritannien bessern w\u00fcrde, ist ohne Basis.\u201c Hier k\u00f6nnen wir endlich einmal eine ernsthafte Anmerkung machen: Es geht nicht darum, dass durch den Austritt allein \u201eAlles besser\u201c wird. Das hat noch kein Linker gesagt. Es geht darum, dass dann die M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige, auch linke Politik erst wieder gegeben ist. Derzeit ist dies innerhalb der EU schlichtweg unm\u00f6glich. Ob sich die M\u00f6glichkeiten einer solchen Politik verwirklichen lassen, ist eine Frage der Kr\u00e4fte-Verh\u00e4ltnisse und der Militanz. Die sind jedenfalls auf nationaler Ebene um eine Qualit\u00e4t besser als auf supra-nationaler, wo sie praktisch \u00fcberhaupt nicht gegeben sind.<\/p>\n\n\n\n<p>(8) \u201eFolgen eines solchen Brexit werden  hart sein.\u201c Siehe oben! Das ist das Dogma aller EU-Fanatiker. <\/p>\n\n\n\n<p>(9)<strong> \u201e52 %\u201c<\/strong> f\u00fcr den Brexit, ist doch viel zuwenig f\u00fcr eine demokratische Entscheidung!! Interessant, dass dieselben Leute nicht so argumentiert haben, als in Frankreich 1992 <strong>51 %<\/strong> f\u00fcr Maastricht waren; als Schweden mit <strong>52 %<\/strong> der EG beitrat\u2026 Und doch geh\u00f6rt dies zu den Lieblingsargumenten der Remainer, \u00fcbrigens auch in \u00d6sterreich. Es zeigt auch, von welchen Eltern ihre Argumente stammen. Es erinnert mich an die diskrete Art der b\u00fcrgerlichen Presse, Nachrichten zu manipulieren. Als Schweden mit knapp <strong>52 % f\u00fcr <\/strong>die EG stimmte, war dies f\u00fcr die NZZ ein \u201edeutliches Ergebnis\u201c. Als wenige Wochen danach Norwegen mit fast exakt demselben Prozentsatz <strong>gegen<\/strong> die EG war, schrieb dieselbe NZZ: \u201eknappe Ablehnung des EG-Beitritts\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Und als Erg\u00e4nzung schreibt mir Boris Lechthaler  <\/p>\n\n\n\n<p>Den wirklich k\u00f6stlichen Punkt 13 hast Du uns vorenthalten: <\/p>\n\n\n\n<p>(13) &#8222;Das eigentlich gro\u00dfe Problem im Hintergrund: Sind Vereinigungen wie die Europ\u00e4ische Union vorstellbar und sinnvoll, wenn man das Rein und Raus und das Raus und Rein zu einem wesentlichen Grundprinzip und zu einer Grundforderung macht? Aus meiner Sicht ist eine solche Vereinigung so kompliziert und mit so vielen Folgen f\u00fcr die Gesetzgebung und f\u00fcr die Dispositionen von Millionen Menschen und Unternehmen und auch f\u00fcr finanzielle Verpflichtungen der einzelnen Staaten, zum Beispiel gegen\u00fcber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinschaft, verbunden, dass eine offensichtlich gew\u00fcnschte Rein- und Raus-Praxis damit nicht verbunden sein kann. Man muss sich vor dem Beitritt \u00fcberlegen, ob man so etwas will oder ob man es nicht will. Alle sp\u00e4teren Revisionen sind kompliziert. Und sie werden, das wird gerade der Brexit zeigen \u2013 anders als von Winfried Wolf vermutet und erhofft \u2013, vor allem auf dem R\u00fccken der Schw\u00e4cheren und nicht zu deren Gunsten praktisch vollzogen.&#8220; (Albrecht M\u00fcller abschlie\u00dfend zur Rein-Raus-Praxis) <\/p>\n\n\n\n<p>Unfassbar, dass so etwas publiziert wird. Das Rein-Raus-Prinzip als Grundprinzip und, da haben wir&#8217;s schon, &#8222;Grundforderung&#8220;. Das geht gar nicht. Ziemlich deutsch, das M\u00fcllersche Europa.(B.L.) <\/p>\n\n\n\n<p>Doch belassen wir dies dabei. M\u00fcller war ein Zuarbeiter des SPD-Kanzlers H. Schmidt. Er ist eben ein deutscher Sozialdemokrat dieser Pr\u00e4gung. Was sollen wir uns dar\u00fcber wundern?<\/p>\n\n\n\n<p>4. April 2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Z. hat einen link zu zwei Artikeln der NachDenkSeiten zum Brexit herum geschickt. (https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50633 Ich w\u00fcrde wirklich dringlich empfehlen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2019\/04\/05\/der-brexit-schadet-aber-wem-eine-polemik-des-albrecht-mueller-gegen-winfried-wolf\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer Brexit schadet \u2013 aber wem? 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