{"id":499,"date":"2015-08-31T18:13:12","date_gmt":"2015-08-31T18:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=499"},"modified":"2015-10-18T19:26:50","modified_gmt":"2015-10-18T19:26:50","slug":"die-kommenden-griechischen-wahlen-die-ausgangslage-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2015\/08\/31\/die-kommenden-griechischen-wahlen-die-ausgangslage-heute\/","title":{"rendered":"DIE KOMMENDEN GRIECHISCHEN WAHLEN: DIE AUSGANGSLAGE HEUTE"},"content":{"rendered":"<p><em>Eine Kurzinformation<\/em><\/p>\n<p>Es wird also am 20. September wiederum Wahlen in Griechenland geben. Diesmal wird die ehemalige SYRIZA-Linke als eigene Partei antreten. Wie sehen die Chancen aus?<\/p>\n<p>Die griechische Demoskopie ist ja nicht unbedingt vertrauensw\u00fcrdig. Trotzdem wollen wir uns ihre Daten kurz ansehen. In der letzten Woche gab es 12 Umfragen. Sie stimmen in der Tendenz \u00fcberein. Die Unterschiede sind aber auch beachtlich. Wir gehen also so vor, dass wir diese Umfragen als eine einzige Stichprobe betrachten und die Werte mitteln. Das klingt etwas haneb\u00fcchen, hat sich aber im Gro\u00dfen und Ganzen bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Dabei gibt es ein Problem, wenn wir mit den Wahlergebnissen vom 25. J\u00e4nner vergleichen. In den Umfragen gibt es sowohl Antworten, Im Schnitt 18,8 %, welche keine Partei angeben, als auch solche, welche Kleinstparteien angeben, die nicht ins Parlament kommen werden. Die Prozents\u00e4tze von damals sind aber nat\u00fcrlich von den g\u00fcltigen abgegebenen Stimmen gerechnet. Man kann also nicht die Ergebnisse nehmen wie sie sind, sondern muss sie sozusagen aufwerten mit einem Faktor, der die &#8222;No Party&#8220;-Absichten ber\u00fccksichtigt. Der soll hier mit 0,8 angenommen werden: Das hei\u00dft: Die Angaben werden so umgerechnet, dass die Prozente der Wahlabsichten auf nur 80 % der Befragten bezogen werden.<\/p>\n<p>Zuerst die Daten als Mittelwerte der 12 Umfragen bzw. umgerechnet, wie eben erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Mittelwert      korrigiert        Wahlergebnisse 25. J\u00e4nner<\/p>\n<p>SYRIZA                     24,4     30,5                 36,3<\/p>\n<p>ND                              21,3     26,6                 27,8<\/p>\n<p>XA                                6,2       7,8                   6,3<\/p>\n<p>To Potami                    5,4       6,7                   6,1<\/p>\n<p>KKE                             5,1       6,4                   5,5<\/p>\n<p>ANEL                            2,4       3,0                   4,8<\/p>\n<p>PASOK                         3,9       4,9                   4,7<\/p>\n<p><strong>LAE \u2013 Volkseinheit    4,8       6,0                   &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>(1) SYRIZA verliert im Vergleich zu den Wahlen erheblich. Sehen wir uns aber die (fiktiven) H\u00f6henfl\u00fcge der Partei in den ersten Monaten nach der Wahl an, dann bricht sie fast auf die H\u00e4lfte ein. Die frommen W\u00fcnsche unserer Zeitungs- und Rundfunk-Leute, dass Tsipras trotz seiner Politik noch immer &#8222;sehr popul\u00e4r&#8220; sei, best\u00e4tigt sich nicht. Au\u00dferdem wissen wir ja aus langer Erfahrung: Selbst wenn er noch pers\u00f6nliche Sympathien haben sollte, sagt dies f\u00fcr die Wahlergebnisse wenig aus. Die sind meist von solchen Sympathien abgekoppelt. \u2013 \u00dcberdies k\u00f6nnte ihr der Koalitionspartner ANEL abhanden kommen. Der fliegt m\u00f6glicher Weise aus dem Parlament. Von einer absoluten Mehrheit ist die SYRIZA aber heute weiter denn je entfernt.<\/p>\n<p>(2) Das kommt aber in nur sehr geringem Ma\u00df der ND zugute. Auch die liegt noch immer hinter den seinerzeitigen Wahlergebnissen. Allerdings hat sie ihren Tiefpunkt hinter sich, als sie um die Zeit der Volksabstimmung herum eindeutig als die Partei der Troika wahrgenommen wurde.<\/p>\n<p>(3) Den anderen Troika-Parteien, der PASOk und To Potami, geht es nicht so viel anders. Sie liegen auf dem Niveau ihrer Wahlergebnisse.<\/p>\n<p>(4) \u00c4hnlich geht es der KKE. Sie k\u00f6nnte vielleicht geringf\u00fcgig gewinnen. Dasselbe trifft auf die XA (Goldene Morgenr\u00f6te) zu.<\/p>\n<p>(5) Und was ist mit der <strong>Volkseinheit<\/strong>? Formell existiert sie erst seit einer Woche. Trotzdem k\u00f6nnte sie mit 6 % das Niveau der KKE erreichen. Das ist nicht berauschend. Aber es ist auch nicht so schlecht. Die Parteispaltung war dringlichst, aber sie wird von vielen in der potenziellen W\u00e4hlerschaft noch mit Stirnrunzeln betrachtet. \u00dcberdies gibt es eine politisch unter den gegebenen Umst\u00e4nden wirklich dumme Konkurrenz von Antarsya, die mit Sicherheit nicht ins Parlament kommt. Aber sie wird der Volkseinheit 1 bis 1 1\/2 Punkte der Stimmen wegnehmen. Insoferne m\u00fcssen wir zur Kenntnis nehmen: Solche Entwicklungen brauchen Zeit, und die ist im Moment knapp.<\/p>\n<p>Wiederholen wir: Die Daten geben die Situation der vergangenen Woche wieder. Weiters ist die Verl\u00e4sslichkeit mit gr\u00f6\u00dfter Reserve zu betrachten. Und \u00fcberdies beziehen sich die Zahlen auf Wahlabsichten. Die sind nur als Stimmungsbild ernst zu nehmen. Wie spr\u00fchen da einige \u00fcbrig gebliebene Anarchisten an die W\u00e4nde? &#8222;Wenn Wahlen etwas \u00e4nderten, w\u00fcrden sie verboten.&#8220; Da ist was dran: Einem solchen &#8222;Verbot&#8220; von Wahlen war Griechenland in den letzten Woichen n\u00e4her, als es seit dem Sturz der Milit\u00e4r-Diktatur je war.<\/p>\n<ol start=\"31\">\n<li>August 2015<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kurzinformation Es wird also am 20. September wiederum Wahlen in Griechenland geben. 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