{"id":580,"date":"2015-10-27T11:20:50","date_gmt":"2015-10-27T11:20:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=580"},"modified":"2015-10-27T11:20:50","modified_gmt":"2015-10-27T11:20:50","slug":"migration-iii-humanitare-hilfe-kulturkampf-als-neuer-klassenkampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2015\/10\/27\/migration-iii-humanitare-hilfe-kulturkampf-als-neuer-klassenkampf\/","title":{"rendered":"MIGRATION III \u2013 &#8222;HUMANIT\u00c4RE HILFE&#8220;: KULTURKAMPF ALS NEUER KLASSENKAMPF"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Eliten und ihre Intellektuellen nutzen die Migration<\/em><\/p>\n<p>Ein neuer Kulturkampf ist ausgebrochen. Da macht sich also eine <em>Profil<\/em>-Journalistin namens <em>Edith Meinhart<\/em> (28. September 2015) auf die Suche nach &#8222;dem Stammtisch-W\u00e4hler&#8220;. Und im <em>Kurier<\/em> vom 25. Oktober 2015 sind andere (<em>Walter Friedl \/ Ingrid Steiner Gashi<\/em>) sehr beunruhigt \u00fcber die geringe Bereitschaft zur Weltoffenheit bei den &#8222;sozial Schwachen&#8220;.<\/p>\n<p>Endlich k\u00f6nnen die <em>mainstream<\/em>-Medien und ihre Auftraggeber guten Gewissens auf die intoleranten und ausl\u00e4nderfeindlichen Unterschichten losgehen. Ist nur ein Pech, dass mittler\u00adweile auch, wie sie es formulieren, &#8222;die Mitte&#8220; nicht mehr von der Entwicklung ausgespart ist, dass selbst Lehrer und Bankangestellte, also typische Figuren der unteren Mittelschicht, ja sogar bis in die mittlere Mittelschicht, also deutlich \u00fcber den Median der 50 % hinweg, dort angekommen sind, dass sie \u2013 mangels ihnen erkenntlicher Alternative und dank jahrzehnte\u00adlanger Hetze \u2013 nur mehr die M\u00f6glichkeit sehen, bei der Strache-Partei ein Kreuzerl zu machen.<\/p>\n<p>Gegen &#8222;die Furcht der sozial Schwachen, die ohnehin knappen Mittel&#8220; \u2013 wer sagt eigentlich, dass die Mittel knapp sind? Die Gewinne sind hoch wie nie! \u2013 &#8222;jetzt mit den Zuz\u00fcglern teilen zu m\u00fcssen&#8220;, schl\u00e4gt ein deutscher Zyniker, angeblich Politologe, vor, &#8222;die Meinungsf\u00fchrer\u00adschaft wieder zu erlangen&#8220; (?), und &#8222;die Bev\u00f6lkerung durch eine Politik der Symbole zu beruhigen&#8220; (im <em>Kurier<\/em>). Kann man es noch offener sagen, worum es den Herrschenden geht?<\/p>\n<p>Die Geschehnisse der letzten zwei Monate, die &#8222;Fl\u00fcchtlings-Krise&#8220;, ist wirklich eine Krise. Aber man muss sie richtig verstehen. Es ist eine offene Krise des Weltsystems. Die Merkel-Chuzpe wird ihr wenig bringen, trotz Sukkurs solcher Kaliber wie Faymann. Zuerst l\u00f6ste sie den massiven Zustrom aus; dann weigert sie sich, wie gew\u00f6hnlich, ihren Fehler zuzugeben. Sie will die Anderen daf\u00fcr in die Pflicht nehmen. Machen wir uns jedoch nichts vor: Die Menschen w\u00e4ren so oder so gekommen, wenn auch nicht in dieser geballten Menge. Wir m\u00fcssen uns also mit dem Problem seri\u00f6s auseinander setzen.<\/p>\n<p>Hier aber geht es vorerst um einen spezifischen Aspekt. Die Eliten und ihre Hilfskr\u00e4fte f\u00fchlen sich f\u00fcr einmal wirklich im Recht und glauben, auf ihr sonst manchmal bei der massiven Umverteilung nach oben doch erkenntliches schlechtes Gewissen verzichten zu k\u00f6nnen. Vertreten sie nicht das Prinzip des Humanit\u00e4ren? Leben sie nicht f\u00fcr Einmal wirklich dem Universalismus nach, der sonst so durchsichtig nur der Eigennutz ist?<\/p>\n<p>Es ist ein Himmelsgeschenk f\u00fcr sie, denn da ist was dran: Sie sind pl\u00f6tzlich gute Menschen <strong>auf Kosten von Anderen<\/strong>, und langfristig wird ihnen dies auch noch in der Umverteilung etwas bringen. Denn Massen-Zuwanderung senkt die L\u00f6hne der Unterschichten, hebt aber tendenziell die Einkommen oben.<\/p>\n<p>Es ist ein wirklicher Kulturkampf, und wie jeder Kulturkampf, ist er beladen mit materiellen Interessen. Denn wer kann widersprechen, dass Menschen aus Syrien \u2013 Kriegsfl\u00fcchtlinge, wenn auch vielleicht nur die H\u00e4lfte der Ankommenden \u2013 dringlich Hilfe brauchen? Aber nochmals: Auf wessen Kosten? Schon macht die Idee von einer neuen Massensteuer die Runde. Und vor allem: Man braucht blo\u00df die Beitr\u00e4ge in diesen Medien lesen, im <em>Profil<\/em>, im <em>Standard<\/em>, im <em>Kurier<\/em>! Nun kann man endlich in aller Deutlichkeit sagen, wie letztklassig diese &#8222;sozial Schwachen&#8220; sind, wie unmenschlich und wie selbsts\u00fcchtig. Gew\u00f6hnlich m\u00fcssen politisch Korrekte ja h\u00f6chst sorgsam mit ihren Worten umgehen und d\u00fcrfen nicht wirklich sagen, was sie denken. Hier haben sie nun endlich die M\u00f6glichkeit, ihren Gef\u00fchlen und ihren Ressentiments gegen die unten freien Lauf zu lassen.<\/p>\n<p>Nur zu Klarstellung: Wir geh\u00f6ren nicht zu jenen, die glauben, sie m\u00fcssten ins G\u00e4nseh\u00e4ufl gehen, um dort pr\u00e4chtige Proletarier-K\u00f6rper zu bewundern. Die meisten von uns sind auch nicht bereit, ihren eigenen Lebensstil zu verleugnen, um plebeische Sitten und Gebr\u00e4uche in den Himmel zu heben. Wir wollen die Bedingungen \u00e4ndern, welche die Menschen so zurichten. Wir fragen nach, wie diese Menschen zu dem wurden, wie sie eben sind. Wir wollen keine Unterschicht-Menschen und keine subalterne Klassen mehr.<\/p>\n<p>Einen &#8222;Kulturkampf&#8220;, einen Klassenkampf gegen die Unterschichten zu f\u00fchren, weil sie nicht die Haltungen und den Stil der Mittel- und Oberschichten aufweisen, weil sie um ihren bescheidenen Lebensstandard f\u00fcrchten, den ihnen die herrschende Politik immer mehr schm\u00e4lert, das ist wahrhaft dieser oberen Mittelschichten und ihrer Heuchelei wert.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir uns auch erinnern: Die Erste Internationale, die Internationale, die noch von <em>Marx<\/em> und <em>Engels<\/em> mitbegr\u00fcndete wurde, entstand auch aus einer vergleichbaren Situation. Die Weltausstellung in London 1862 zog eine Menge fremder Arbeitskr\u00e4fte an. Nicht zuletzt aus dem deutschen Sprachraum kamen jene, die in London zumindest f\u00fcr kurze Zeit Arbeit und Einkommen erwarteten. Die Folge war, dass sich die britischen Arbeiter gegen die Lohn\u00addr\u00fccker vom Kontinent wandten. Dagegen versuchten nicht zuletzt die Sozialisten im Londo\u00adner Exil, eine sinnvolle Politik zu entwerfen. Eine Folge u. a. war die Internationale Arbeiter-Assoziation.<\/p>\n<p>Doch das hilft uns heute nicht weiter. Es zeigt nur, dass Immigration von den Eliten und vom Kapital stets f\u00fcr ihre eigenen Interessen missbraucht wurde. Es ist damit die blau\u00e4ugigste Naivit\u00e4t, in die Slogans der liberalen Zeitungen einzustimmen: &#8222;Welcome Refugees&#8220; ist ein purer Hohn f\u00fcr alle jene, die es bereits absehen k\u00f6nnen, wie nach den Kosten der sogenannten Steuerreform nun auch die Kosten der Fl\u00fcchtlingsversorgung und der Immigration, welche diese Stimmung nutzen will, wieder von ihnen getragen werden m\u00fcssen: durch reale Senkung der Pensionen; durch Manipulieren an den &#8222;Zumutbarkeits-Bestimmungen&#8220;; durch Nicht-Valorisieren des Pflegegelds; durch Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer; Verl\u00e4ngerung der Arbeitszeiten (&#8222;Flexibilisierung&#8220;); usw.<\/p>\n<p>Internationalismus hei\u00dft weder, auf nationale Zugeh\u00f6rigkeiten verzichten, noch auch, der Schmutz-Konkurrenz niedriger L\u00f6hne durch die sosehr gef\u00f6rderte Immigration den eigenen Standard opfern. Es ist geradezu unverantwortlich, auf die Slogans der Eliten und ihrer Helfer einzusteigen, und zu <em>deren<\/em> Bedingungen <em>ihren<\/em> Dreck aufzuarbeiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist dies Alles ein Problem. Wir geben auch nicht vor, schon valide Antworten darauf zu haben. Wir m\u00fcssen dies neu durchdenken. Aber wir werden sicher nicht in den Chor derer einstimmen, die nur zu gut wissen, was sie tun \u2013 und die dies nun endlich mit bestem Gewissen tun wollen, da sie doch den armen Menschen an der \u00f6sterreichischen Grenze helfen, bevor sie die Regierung durchwinkt.<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li>Oktober 2015<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Ein Hinweis<\/strong><\/p>\n<p>Ein n\u00fctzliches Buch ist<\/p>\n<p><em>Collier, Paul<\/em> (2014), Exodus. Warum wir die Einwanderung neu regeln m\u00fcssen. M\u00fcnchen: Siedler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Eliten und ihre Intellektuellen nutzen die Migration Ein neuer Kulturkampf ist ausgebrochen. 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