{"id":779,"date":"2016-05-13T17:01:09","date_gmt":"2016-05-13T17:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=779"},"modified":"2016-05-13T17:01:09","modified_gmt":"2016-05-13T17:01:09","slug":"werkkreis-literatur-der-arbeitswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2016\/05\/13\/werkkreis-literatur-der-arbeitswelt\/","title":{"rendered":"Werkkreis Literatur der Arbeitswelt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Veranstaltung mit:<\/p>\n<p>Univ.-Doz. Dr. Albert F. Reiterer, Gesellschaftswissenschafter Geboren: 1948, somit in Pension nach einem bunten Lebenslauf in der Wirtschaft, der amtlichen Statistik und im akademischen Ambiente. Aktiv und interessiert an Theorie und Praxis von Wirtschaft und Gesellschaft: Politische \u00d6konomie und Historischer Materialismus. Fungiert als einer der Sprecher des Proponentenkomitees von Euro Exit:<\/p>\n<p>Spricht zur<\/p>\n<p><strong>Politischen \u00d6konomie des Imperiums<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: Dienstag,17.5.2016, 18.30<\/p>\n<p>Ort: Projektraum MAG 3, Schiffamtsgasse 17, 1020 Wien<\/p>\n<p>Erreichbar \u00fcber U2 Taborstrasse oder U4 Schottenring (Ausgang U2 Herminengasse)<\/p>\n<p>Veranstalter: Volksakademie in Kooperation mit webbrain, werkkreis Literatur der Arbeitswelt und MRP (Menschenrechtspartei<\/p>\n<p>Wir danken Gue Schmidt (MAG 3) f\u00fcr die freundliche Unterst\u00fctzung<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Thesen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>(1) Die EWG entstand als superimperialistischer Pol zur Abwehr des damals f\u00fcr viele noch attraktiven Sowjetkommunismus. Nebenzweck war die Z\u00e4hmung des nationaldeutschen Imperialismus. Die Politiker waren vorerst st\u00e4rker am au\u00dfenpolitischen und milit\u00e4rischen Aspekt interessiert (WEU!). Die Zollunion war f\u00fcr sie ein Substitut &#8211; nicht unwichtig, aber nicht priorit\u00e4r.<\/p>\n<p>(2) Doch die EWG war von vorneherein be- und geladen mit den Ambitionen der Ideologen. Alexandre Koj\u00e8ve, der sich selbst den letzten (b\u00fcrgerlichen) Theoretiker des Stalinismus nannte, sah sie als wesentlichen Schritt zum platonischen Imperium. \u00dcber Gesinnungs\u00adgenossen wie Robert Marjolin erhielten sie unmittelbar Einfluss auf die Zentralb\u00fcrokratie. Sie bestimmten die Rhetorik, welche die Politiker nicht, sie selbst aber ganz und gar ernst nahmen.<\/p>\n<p>(3) Sie entdeckten schnell die W\u00e4hrungsunion als Hauptvehikel ihrerAbsichten. Einige Politiker sahen die M\u00f6glichkeiten einer Fundamentalpolitik ohne Kontrolle und sprangen auf und zogen die anderen mit. Die ersten Versuche in den 1970ern und 1980ernwaren allerdings ein j\u00e4mmerlicher Misserfolg.<\/p>\n<p>(4) Mit dem politischen Paradigmenwechsel vom Keynesianismus zum Monetarismus wurde die W\u00e4hrungsunion Hauptziel der EG-Politik. Dieser wirtschafts- und sozialpolitische Paradigmenwechsel wurde durch die neue weltpolitische Situation erm\u00f6glicht. Der Zusammenbruch des \u201eRealsozialismus&#8220; bot die Gelegenheit, ein \u201eEnde der Geschichte&#8220; nach konservativ-b\u00fcrgerlichem Geschmack anzustreben. Das Zerbr\u00f6seln der Diktaturen im Oliveng\u00fcrtel war eine weitere Gelegenheit. Nun hatte man die M\u00f6glichkeit, diese neue Politik der akzentuierten Ungleichheit und des \u00fcbernational-b\u00fcrokratischen Staats zu verwirklichen. Die Beuteareale waren einzusammeln.<\/p>\n<p>(5) Insbesondere die Sozialdemokraten (Mitterrand \/ Delors, Brand \/ Schmidt; im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten Soares, Gonzales, Vranitzky und Persson) wurden zu Janitscharen neoliberalen Imperiums-Bildung.<\/p>\n<p>(6) Was man in S\u00fcdeuropa erfolgreich und noch mit einer gewissen Schonung durch\u00adexerziert hatte, wurde in den 1990ern mit aller denkbaren Brutalit\u00e4t in Osteuropa wiederholt: Die ganze Region wurde nun auf eine ganz neue Weise zur \u201eZweiten Welt&#8220;.<\/p>\n<p>(7) Gleichzeitig ging es um den Aufbau des politischen Apparats, des nachnationalen b\u00fcrokratischen Staats. Er sollte einen Verwaltungsf\u00f6deralismus darstellen, in dem aber im wichtigsten Bereich, im wirtschaftspolitischen, das b\u00fcrokratische Zentrum die Politik vorgab. Dazu war die W\u00e4hrungsunion unerl\u00e4sslich. Dass sie eine Wachstums- und Wohlfahrts\u00adbremse sein w\u00fcrde, war zumindestens Einigen der Protagonisten voll bewusst. Das aber nahm man in Kauf, zumal die Frage ja schlie\u00dflich ist: Wohlstand f\u00fcr wen?<\/p>\n<p>(8) Die Einheitsw\u00e4hrung brachte zuerst und eher unerwartet einen Schub f\u00fcr die Peripherie &#8211; es war eine Blase, wie wir mittlerweile wissen. Die Finanzkrise lie\u00df sie platzen. Mittlerweile ist der Euro Kern und Symbol des Ausbaus, noch mehr der Verteidigung des Imperiums EU. Gerade weil der Euro keine optimale W\u00e4hrungszone konstituiert, muss er erhalten werden. Daneben geht es nat\u00fcrlich um das von den Gl\u00e4ubiger-Banken eingeforderte Kleingeld.<\/p>\n<p>(9) Die politische Klasse in Europa (Christlichsoziale, Sozialdemokraten, Gr\u00fcne, Liberale), und zwar sowohl die Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie als auch die nationalen Regierungen n\u00fctzen die Gelegenheit in einer reaganistischen Strategie der \u00dcberrumpelung (so wie die Reagan-Regierung 1980) die Entdemokratisierung des Kontinents einen m\u00e4chtigen Schritt weiter zu treiben. Das \u201eeurop\u00e4ische Semester&#8220;, die \u201eWirtschaftsregierung&#8220; und der ESM (der so genannte \u201eEuro-Rettungsschirm&#8220;) sollen gerade jene Politik unumkehrbar machen, welche zur derzeitigen Situation gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>(10) Diese Situation ergibt Chancen f\u00fcr die Linke, die sie seit Jahrzehnte nicht hatte. Allerdings wird dies keine klassische linke Politik sein, sondern ein unorthodoxer Kampf ungewohnter B\u00fcndnispartner.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">MAG3<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schiffamtsgasse 17, 1020,Wien<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Synonym Projektraum MAG3 Leitung 2006 &#8211; Fro, Fritz 2006 &#8211; Schmidt, Gue<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Veranstaltung mit: Univ.-Doz. Dr. Albert F. 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