{"id":798,"date":"2016-06-25T10:01:53","date_gmt":"2016-06-25T10:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euroexit.org\/?p=798"},"modified":"2016-06-25T10:01:53","modified_gmt":"2016-06-25T10:01:53","slug":"es-ist-unrealistisch-dass-euro-und-eu-uberleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euroexit.org\/index.php\/2016\/06\/25\/es-ist-unrealistisch-dass-euro-und-eu-uberleben\/","title":{"rendered":"\u00bbEs ist unrealistisch, dass Euro und EU \u00fcberleben\u00ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>Statt Frieden habe die Europ\u00e4ische Union Krieg geschaffen, zudem den Sozialabbau ausgeweitet.<\/strong><\/p>\n<p>Gespr\u00e4ch mit Wilhelm Langthaler gef\u00fchrt von Markus Bernhardt<\/p>\n<p>Aus: Junge Welt, <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/06-20\/index.php\">Ausgabe vom 20.06.2016, Seite 8 \/ Inland<\/a><\/p>\n<p>Wilhelm Langthaler ist Autor des Buches \u00bbEuropa zerbricht am Euro. Unter deutscher Vorherrschaft in die Krise\u00ab<\/p>\n<p><em>Am 2. Juli stellen Sie auf dem UZ-Pressefest, organisiert von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), in Dortmund Ihr neues Buch \u00bbEuropa zerbricht am Euro\u00ab vor. Darin kommen Sie zu dem Schluss, dass Deutschland andere EU-Staaten an die Wand dr\u00fccke und der Euro das Instrument daf\u00fcr sei. Wie kommen Sie darauf?<\/em><\/p>\n<p>Experten sagen, dass ohne Euro die D-\u2009Mark rund ein Drittel teurer w\u00e4re \u2013 die Wirkung auf die deutschen Exporte w\u00e4re verheerend. Entsprechend \u00fcberbewertet ist der Euro f\u00fcr den S\u00fcden. Der S\u00fcden kommt mit der deutschen Produktivit\u00e4tsentwicklung, die noch dazu mit Lohndumping kombiniert ist, nicht mit. Selbst heftigste Lohnsenkungen, Sozialabbau und st\u00e4ndige Austerit\u00e4tspolitik k\u00f6nnen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit nicht wiederherstellen. So wird nicht nur Griechenland in die soziale Katastrophe gef\u00fchrt. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes ging drastisch zur\u00fcck. Am Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament habe ich eine Schmiererei gesehen, wo der Euro mit dem Hakenkreuz verbunden wird. Die Menschen dort denken sich, dass Deutschland sie statt mit Panzern nun mit seinen Banken unterwerfe.<\/p>\n<p><em>Sollte die Bundesrepublik also die D-Mark wiedereinf\u00fchren?<\/em><\/p>\n<p>Ich stimme da mit Oskar Lafontaine \u00fcberein. Das einzige, was die Spaltung Europas verhindern k\u00f6nnte, w\u00e4re die einvernehmliche und organisierte Aufl\u00f6sung der gemeinsamen W\u00e4hrung und die Fixierung von Wechselkursen wie im alten Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungssystem. Doch f\u00fcr Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesfinanzminister Wolfgang Sch\u00e4uble und EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker w\u00e4re das ein Eingest\u00e4ndnis ihres historischen Scheiterns. Darum muss man damit rechnen, dass sie ihren unverantwortlichen Kurs in die Katastrophe fortf\u00fchren. Da bleibt nichts anderes, als an der Peripherie die Regierungen der Euro-Oligarchie von der Macht zu verdr\u00e4ngen. Man braucht den Mut, den Bruch zu wagen. Es geht nicht allein darum, wieder zu eigenen nationalen W\u00e4hrungen zur\u00fcckzukehren. Es geht um viel mehr: ein Ende des Neoliberalismus, eine Wirtschaftspolitik f\u00fcr die Mehrheit sowie die R\u00fcckgewinnung der Demokratie.<\/p>\n<p><em>Auch in der DKP war lange umstritten, wie man mit der Europ\u00e4ischen Union umgehen soll. Auf dem vergangenen Parteitag beschlossen die Kommunisten dann mehrheitlich einen Leitantrag, in dem formuliert ist: \u00bbWir k\u00e4mpfen f\u00fcr die \u00dcberwindung der EU und f\u00fcr den Austritt der BRD aus der EU.\u00ab Warum sollte das der richtige Weg sein?<\/em><\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass im Rahmen von Euro und EU keine Wende im Interesse der Mehrheit m\u00f6glich ist. Das verstehen immer mehr Menschen. Die Linke muss sich von ihrer Traumwelt der sozialen EU trennen. Sonst kommen die rechten Rattenf\u00e4nger zum Zug. In Frankreich und in meiner Heimat \u00d6sterreich ist das bereits der Fall. So stimmen viele, die fr\u00fcher links w\u00e4hlten, jetzt f\u00fcr die Anti-Euro-Rechte.<\/p>\n<p><em>Sie sprechen dem Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union das Wort. Das l\u00e4sst sich leicht verlangen, aber realistisch ist es nicht.<\/em><\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien wird an diesem Donnerstag \u00fcber den EU-Austritt abgestimmt. In allen Mitgliedsl\u00e4ndern geht die Zustimmung zur EU rapide zur\u00fcck. Es ist absehbar, dass der Widerstand gegen das Euro-Regime in einem der L\u00e4nder des S\u00fcdens den Austritt aus der W\u00e4hrung erzwingen wird. Die darauffolgenden politischen Zusammenst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse sehr schnell umkrempeln. Es ist unrealistisch, dass Euro und EU \u00fcberleben.<\/p>\n<p><em>K\u00f6nnen Sie der EU nichts Gutes abgewinnen?<\/em><\/p>\n<p>Die EU hat Frieden, Demokratie und soziale Konvergenz versprochen. Sie unterst\u00fctzt aber in der Ukraine Krieg, hat S\u00fcdeuropa unter Kuratel gestellt und die sozialen Unterschiede extrem gesteigert. Viele Linke meinen, sie sei ein Schutz vor dem alten Nationalismus. In Wirklichkeit ist sie ihr Brutkasten. Das Euro-Regime droht selbst den deutsch-franz\u00f6sischen Ausgleich zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt Frieden habe die Europ\u00e4ische Union Krieg geschaffen, zudem den Sozialabbau ausgeweitet. 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